Wasserwacht Idar-Oberstein, Ortsverein Rilchenberg

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Zwischen „Seepferdchen“ und Senioren: Rettungsschwimmer Willi Simon

Die Initiative der Bundesregierung "Mitten im Leben", die sich für das ehrenamtliche Engagement älterer Menschen interessiert, berichtete über unseren langjährigen Schwimmer und Trainer Willi Simon. Hier der Artikel und das Interview.

Willi Simon beim SchwimmtrainingGenerationen von Kindern haben bei ihm Stilschwimmen, Springen und Tauchen gelernt. Willi Simon ist der älteste aktive Rettungsschwimmer in Rheinland-Pfalz. Auch Seniorinnen und Senioren motiviert der 76-jährige Ausbilder zu mehr Bewegung im Wasser.

 

Rückenschwimmen, nach Ringen tauchen, vom Drei-Meter-Brett springen: Zweimal in der Woche steht Willi Simon am Beckenrand der Schwimmhalle in Idar-Oberstein. Seit 30 Jahren bringt der 76-Jährige den „Seepferdchen“ sicheres Schwimmen und der Seniorengruppe schonende Bewegung bei. „Die Geräuschkulisse im Bad ist hoch, die Kinder machen Blödsinn: Das ist eine beispielhafte Leistung für einen Mann in seinem Alter“, lobt Ralf Wahn, Landesleiter der Wasserwacht Rheinland-Pfalz im Deutschen Roten Kreuz, seinen ältesten aktiven Rettungsschwimmer und Übungsleiter.

Bewegung hält jung

Willi Simon selbst kennt es nicht anders. Er hat sein Leben lang Sport gemacht, wiederholt regelmäßig Willi bei der Trainingsvorbereitungdas Sportabzeichen in Gold und das Rettungsschwimmabzeichen in Silber. Und muss dafür kaum trainieren: „Wissen Sie, wenn man seit der frühen Jugend Sport treibt, muss man nicht mehr viel üben.“ Was für den Schreinermeister und ehemaligen Bauleiter selbstverständlich ist, bewundert Ralf Wahn. „Gerade für das Rettungsschwimmabzeichen muss er die gleiche Leistung bringen wie ein 26-Jähriger, zum Beispiel 25 Meter Streckentauchen und 300 Meter in Kleidung schwimmen.“ Rettungsschwimmer ist Willi Simon „erst“ seit 30 Jahren. Eigentlich ist Geräteturnen seine Königsdisziplin, die er noch einmal in der Woche ausübt. Sein Engagement im Sport sieht der Träger des Ehrenabzeichens des Turnerbundes als große Chance, mit der jungen Generation in Kontakt zu bleiben.

Sport verbindet

Üben des StartsprungsVon seinem guten Verhältnis zur Jugend profitiert auch die Wasserwacht, deren Mitglieder zum größten Teil unter 16 Jahre sind. Laut Ralf Wahn gewinnen von Simons Engagement beide Seiten: „Wir haben einen erfahrenen und guten Ausbilder und er bleibt durch seinen Kontakt zur Jugend und durch den Sport geistig und körperlich fit.“ Eine Aussage, die Willi Simon bestätigt. „Wichtig ist, dass man auch im Alter körperlich aktiv bleibt“, sagt er noch, bevor er los muss, um die Geräte für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Frauen und Mädchen aufzubauen. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Das Rettungsschwimmabzeichen hat er gerade wiederholt. Es gilt für drei Jahre. So lange möchte er mindestens noch am Beckenrand stehen und „Seepferdchen“ ausbilden.

Das Interview der EIZ

Erfahrung ist Zukunft (EIZ): Herr Simon, Sie sind 76 und immer noch aktiver Rettungsschwimmer.

Willi und der Rest der Wasserwacht I-OWilli Simon: Ja, obwohl ichzum Schwimmen erst vor 30 Jahren kam. Eigentlich bin ich Geräteturner. Ich war zehn Mal beim Deutschen Turnfest dabei und habe dort später auch an gemischten Wettkämpfen teilgenommen. Und dann hieß es bei der Wasserwacht irgendwann: „Wir haben keine Rettungsschwimmer mehr. Willi, das kannst du doch machen.“ Und so bin ich Schwimmausbilder geworden.

EIZ: Und wen bilden Sie aus?

Willi Simon: Ich betreue die Gruppe mit den Kleinsten, die gerade das „Seepferdchen“ erworben haben. Ich bilde sie dann weiter aus, gewöhne sie an das große Becken und vermittele Spaß am Schwimmen.

EIZ: Haben Sie selber auch Spaß an diesem Engagement?

Willi Simon: Natürlich. Wenn man die Kinder so weit bringt, dass sie springen oder bei Wettkämpfen gute Leistungen erzielen, ist man auch stolz zu sehen, was man erreicht hat. Und man kommt dadurch mit der jungen Generation zusammen.

EIZ: Bringen Sie auch Erwachsenen das Schwimmen bei?

Willi Simon: Nein, ich betreue zwar seit vielen Jahren eine Seniorengruppe, aber die können schon schwimmen.

EIZ: Ist Schwimmen eine gute Sportart fürs Alter?

Willi Simon: Ja, weil man vom Wasser getragen wird. Das kann ich sehr gut beurteilen, denn beim Geräteturnen merke ich, wie die Muskulatur nachlässt, im Wasser hat man damit weniger Probleme.

EIZ: So kann man also auch im Alter sportlich aktiv sein.

Willi Simon: Gerade im Alter ist Bewegung wichtig. Man wird durch den Sport immer ein bisschen herausgefordert. Man setzt sich nicht zu Hause hin, sondern bleibt fit. Man soll es nicht übertreiben, aber man soll immer in Bewegung bleiben. Ich war zum Beispiel noch nie krank und bin mir sicher, dass das auch damit zusammenhängt, dass ich regelmäßig Sport treibe.

EIZ: Und Generationen von Kindern danken es Ihnen seit 30 Jahren.

Willi Simon: Ja, das stimmt. Die Kinder sind immer traurig, wenn sie einen Kurs weiterrücken müssen, und sagen: „Willi, wir wären so gerne bei dir geblieben!“

Einen Ausschnitt aus dem Telefoninterview der EIZ mit Ralf Wahn können Sie hier herunterladen.

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