des Ortsvereins Rilchenberg

1956-1969: Wie alles begann…

Dies ist die Geschichte von einer Idee, Menschen das Schwimmen beizubringen und zu Rettungsschwimmern auszubilden, die schnell zur Leidenschaft wurde.

Im Jahre 1956 boten die damaligen Sportlehrer Karl Haßauer und Peter Keil sen. erstmals Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung für Soldaten der Bundeswehr an. Da es in Idar-Oberstein und Umgebung zu dieser Zeit noch keine Hallenbäder gab, konnte man diese Übungsstunden nur während der Sommermonate in der Nahebiegung Kammerwoog am Fuße der Klotzbergkaserne durchführen. Gesprungen wurde u.a. von einem Felsen in den an dieser Stelle ca. 3 m tiefen Fluss.

Ein junger Soldat fand Gefallen an dieser Ausbildung mit sportlicher Betätigung im Wasser und half den Sportlehrern: sein Name war Andreas Wahn, der die Entwick-lung des Rettungsschwimmens in den kommenden Jahrzehnten maßgeblich prägen sollte.

Nach Öffnung des Freibades Kammerwoog organisierte Andreas Wahn die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung für Soldaten in den 60-er Jahren neu. Die Bedingungen im 50-m-Becken mit klarem Wasser und Sprungbrettern waren nun deutlich besser; aber auch hier betrug die Wassertemperatur häufig weniger als 20°C.
Um die Ausbildung ganzjährig betreiben zu können, suchte Wahn Zugangsmöglich-keiten zu einem Hallenbad und wurde fündig. Ab 1966 fuhr ein Bundeswehr-Bus mit interessierten Soldaten jede Woche mittwochs mittags zum Hallenbad ins saarländische Neunkirchen und kehrte abends zurück. Sprunghaft stiegen die Ausbildungszahlen durch diese neuen Möglichkeiten.
1968 kam die Nutzung des Lehrschwimmbeckens Heidensteilschule hinzu. Seitdem konnte auch vor Ort in Idar-Oberstein Kindern und Jugendlichen das Erlernen des Schwimmens und Schwimmtraining in warmem Wasser angeboten werden.

Rasch wuchs die Teilnehmerzahl, sodass man sich organisieren musste. Andreas Wahn und Heinz Oerters gründeten 1968 die DLRG-Ortgruppe Idar-Oberstein Bundeswehr, die in den Folgejahren bundesweit einen legendären Ruf erlangen sollte. Die Besonderheit bestand darin, dass hier bereits seit 1956 Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung für die DLRG und die DRK-Wasserwacht betrieben wurde – so auch dann in neuer Struktur der Ortsgruppe IOBw.

Ab 1968 nahmen Mannschaften aus Idar-Oberstein erstmals an Wettkämpfen im Rettungsschwimmen, u.a. in Neunkirchen, Saarbrücken, Wiebelskirchen und Ott-weiler, teil. Einer der Teilnehmer war unser langjähriges DRK-Mitglied Edmund Schuhknecht, der bereits zu dieser Zeit mit Soldaten Staffelwettbewerbe mit Ret-tungsleine, im Retten und im Flossenschwimmen erfolgreich bestritt.

1969 wurden die ersten Vereinsmeisterschaften im Lehrschwimmbecken Heidensteil veranstaltet. Geschwommen wurden im 12,5-m-Becken 25-m-Strecken für die Kinder und 50-m-Wettbewerbe für die Jugendlichen und Erwachsenen. Bei beengten Rah-menbedingungen war schnell eine Wettkampfatmosphäre geschaffen, die schon damals viele begeisterte. Die Urkunden für derartige Veranstaltungen ließ Andreas Wahn in der Druckerei der Artillerieschule gestalten und drucken. Diese wichtige Un-terstützung durch die Bundeswehr sollte viele Jahre lang fortgesetzt werden und erfolgt bis heute durch Josef Rohr.

1970-1979: OG Idar-Oberstein Bundeswehr

Mit der Eröffnung des Idar-Obersteiner Hallenbades 1970 ging es mit dem Schwimm-sport in der Stadt Idar-Oberstein steil bergauf. Die städtischen Schwimmsportvereine SG Idar-Oberstein und TV Oberstein brachten zahlreiche Rheinland-Pfalz-Meister hervor, von denen auch mancher aus der OG Idar-Oberstein Bundeswehr (OG IOBw) kam.

Schlüsselereignis war für die Rettungsschwimmer dann das Jahr 1972, als das Hallenbad der Rilchenbergkaserne (Artillerieschule) eröffnet wurde. Gleich beim Eröffnungsschwimmen war der Verein in Organisation und im Starterfeld präsent. Man prüfte, wie das 25-m-Hallenbad mit 5 Bahnen auch außerhalb der Dienstzeit abends und an Wochenenden genutzt werden könnte. Andreas Wahn gelang es mit seinem Vorstand ein Angebot zu schaffen, das alle Beteiligten begeisterte:

       Montags, freitags und samstags stellte die OG IOBw die Aufsicht beim Familienbad

       Dienstags und mittwochs bildete die OG IOBw Soldaten zu Rettungsschwim-mern aus.

       Donnerstags und samstags fand Schwimmtraining des Vereins statt.

Die Schulführung freute sich über Hunderte Soldaten, die jedes Jahr das Rettungsschwimmabzeichen der DLRG und der DRK-Wasserwacht erwerben konnten. Die Standortverwaltung regelte die Nutzungsverträge und die OG IOBw gestaltete im Wesentlichen die außerdienstliche Nutzung des Bades. Somit wurde das Hallenbad der Artillerieschule zur Heimat des Vereins und zum Rettungsschwimmen im Besonderen. Diese Rahmenbedingungen ermöglichten in den folgenden Jahren eine Entwicklung im Rettungsschwimmen, die bundesweit einzigartig war.

Die enorme ehrenamtliche Leistung war nur in einem eingespielten Ausbilderteam um Andreas Wahn (Vorsitzender) machbar und durchzuhalten. Peter Eser und Alfred Stößel leiteten die Anfängerschwimmausbildung, Peter Keller (Jugendwart) organisierte das Training der Mannschaften, Johannes Merkt (Kassenwart) führte Mitglieder und Finanzen und Hubert Weichert (stv. Vorsitzender) bot mit weiteren Kollegen die Rettungsschwimmausbildung für Soldaten an.

Die Zahl der Rettungsschwimmwettkämpfe stieg von Jahr zu Jahr. 1974 waren es bereits 15, an denen Schwimmer des Vereins meist mit großem Erfolg teilnahmen. Dazu gehörte der jährlich im Juni stattfindende Wettkampf im Baggersee Melm in Ludwigshafen-Oggersheim. Idar-Oberstein stand mit seiner Männermannschaft oft ganz oben auf dem Siegertreppchen (unter rund 25 Teams aus dem Südwesten).

Drei Könner ihres Fachs waren zu dieser Zeit Rettungsschwimmer im IOBw-Team:

Wieland Haney schwamm die 50 m Freistil in 25,0 sec; US-Soldat Marc McKinley brauchte für diese Sprintdistanz 26,0 sec und Helmut Debus 27,0 sec – Spitzenzeiten, mit denen man auch noch heute konkurrenzfähig wäre.

Ein Wettkampf ist in bleibender Erinnerung: Mai 1974 in Ottweiler. Bei kühler Witterung und Nieselregen fand die Veranstaltung im unbeheizten Freibad bei 16°C Wassertemperatur statt. Der Start mit nassen Kleidern führte zu regelrechten Kälteschockzuständen. Alle Teams schwammen die Disziplinen durch, was heute unter diesen Umständen undenkbar wäre. Und unser Team siegte. Das war sehr beeindruckend.

1975 nahmen Schwimmer der OG IOBw zum ersten Mal bei einer Bundesmeisterschaft der DLRG im Rettungsschwimmen teil. Ralf Wahn wurde in Otterndorf / Cuxhafen Deutscher Meister im Rettungsschwimmen in der Schülerklasse. 1975 und 1977 wurde die Schulmannschaft des Heinzenwies-Gymnasiums Idar-Oberstein zweimal Landessieger bei „Jugend trainiert für Olympia“ und durfte das Land in Berlin vertreten. Mit im Team waren Schwimmer der OG IOBw.

Idar-Oberstein dominierte in dieser Zeit das Rettungsschwimmen im gesamten Südwesten. Die Landessiegertitel bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der DLRG gingen fast in allen männlichen Altersklassen an die Schmuckstadt. Bei den Damen standen die Schwimmerinnen aus Gerolstein meist ganz oben. 1976 wurde die Jugendmannschaft der OG IOBw Deutscher Vizemeister in Berlin.1977 konnte der gleiche Erfolg bei den Bundesmeisterschaften in Braunschweig wiederholt werden. Idar-Oberstein Bundeswehr wurde deutschlandweit bekannt.

Die Teams bestanden zu dieser Zeit noch aus 6+1 Schwimmern. Unsere Mannschaft war mit Bernd Bender, Wolfgang Greschke, Jürgen Arndt, Ralf Wahn,
Michael Schneider, Peter Hopf und Hans-Ulrich Zurek schwimmerisch und technisch hervorragend besetzt.

1977 durfte Idar-Oberstein in Anerkennung seiner Erfolge die Süddeutschen Meisterschaften der DLRG im Hallenbad der Artillerieschule ausrichten – mit ca. 300 Perso-nen die größte Veranstaltung, die dieses Bad erlebt hat. Und mit 3 Meistertiteln für den Verein.

Die OG IOBw zählte zu dieser Zeit mehr als 250 Mitglieder. Die für die DRK-Wasserwacht abgenommenen Schwimm- und Rettungsschwimmabzeichen mussten weiter-hin auf langem Wege zum Bayrischen Roten Kreuz der Bezirksstelle in Nürnberg gesandt und registriert werden. Denn noch immer war die Wasserwacht im rheinland-pfälzischen Roten Kreuz nicht organisiert. Andererseits übte die DLRG zusehends Druck mit strukturellen Forderungen auf die OG IOBw aus. Man stand an einem Scheideweg.

Die Entscheidung fiel 1979: In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde mit großer Mehrheit entschieden, die Aktivitäten nur noch bei der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes durchzuführen. Über 90 % der Mitglieder traten aus der OG IOBw aus und gründeten die Wasserwacht im DRK-KV Birkenfeld. Dies gilt als die Geburtsstunde der Wasserwacht Idar-Oberstein.Was nun zu klären war: die Organisationsform der Wasserwacht in Kreisverband und Landesverband. Eine Herausforderung für die nächsten Jahre …

Von nun an konnte die seit 1956 durchgeführte Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung für die DRK-Wasserwacht in Idar-Oberstein direkt registriert und die Pässe vor Ort ausgestellt werden. Die mittlerweile mehr als 300 Mitglieder der Idar-Obersteiner Wasserwacht (WW IO) gehörten zum DRK-Kreisverband Birkenfeld, waren aber keinem Ortsverein angeschlossen.

1979 nahm eine Mannschaft der WW IO erstmals an einem Bundeswettbewerb im Rettungsschwimmen teil. In Oberstdorf schlug man sich beachtlich – auch im neu eingerichteten Erste-Hilfe-Teil (bestehend aus Theorie, Einzel- und Gruppenpraxis). Im gleichen Jahr fanden im Herbst die ersten Landesmeisterschaften der DRK-Wasserwacht im Rettungsschwimmen für Einzelteilnehmer im Hallenbad der Rilchenbergkaserne statt. Diese Veranstaltung sollte zur Tradition werden, die bis heute fort-geführt wird.

1980-1989: Gründung des DRK-Ortsvereins

1980 verstärkten zwei weitere Spitzenschwimmer das Team beim Bundeswettbewerb in Villingen-Schwenningen: Klaus Gessenauer (ehemaliger Deutscher Jugend-meister über 100 m Brust) schwamm die 50 m Brust in 30,5 sec. Thomas Wahn sprintete die 50 m Freistil in 25,7 sec. Noch stärker war sein Kraftakt über 50 m Kleiderschwimmen in 29,5 sec.

Das Jahr 1980 war auch der Beginn einer jahrzehntelangen Freundschaft zur ÖWR (Österreichische Wasserrettung) des LV Steiermark. Im Juli führte die Fahrt einer Mannschaft der WW IO erstmals zur ÖWR-Landesmeisterschaft im Rettungsschwimmen nach Leoben. Bei hochsommerlichen Temperaturen standen ungewohnte, aber sehr interessante Disziplinen auf dem Programm: Rettungsballzielwurf, Retten der Tauchpuppe, 200 m Hindernisschwimmen und Retten mit der Rettungsmatratze. Man staunte über einen Athleten der Gendarmerie Graz, der den Rettungsball mit Leine unglaubliche 40 m weit treffsicher in den Zielsektor warf. Dabei schwang er die Leine in einer „8“-er-Bewegung, was alle sehr beeindruckte. 
Das Ganze war eine Strapaze: freitags Anfahrt über 900 km, samstags ganztätiger Wettkampf, abends Siegerfeier, sonntags 12-stündige Rückfahrt. Hier wurden Kontakte und Freundschaften geknüpft, die teilweise noch heute bestehen. Die Steiermark war immer ein Erlebnis der besonderen Art. In den folgenden Jahren fanden die Meisterschaften in St.Ruprecht, Gleisdorf, Bad Gleichenberg und Graz statt.

1981 hoben Andreas Wahn und Helmut Obst von der Wasserwacht Freckenhorst (bei Warendorf) eine ebenfalls besondere Verbindung aus der Taufe. Bei jährlichen Besuchen im Münsterland und in Idar-Oberstein gab es außergewöhnliche Wettbewerbe, Feiern und Veranstaltungen. Die Gäste übernachteten stets in Gastfamilien, wobei langjährige Freundschaften entstanden und gepflegt wurden.

Nach Hugo Rohr wurde Andreas Wahn 1981 zum Landesfachdienstleiter Wasserwacht im DRK-LV Rheinland-Pfalz gewählt.

Nach dem Bundeswettbewerb 1981 in Berlin stand 1983 das 100-jährige Jubiläum der Wasserwacht im DRK an: Gefeiert wurde im Rahmen des Bundeswettbewerbs in Regensburg in einem riesigen Zeltlager – ein unvergessliches Erlebnis.

Ab 1984 stiegen die Ausbildungszahlen zum Rettungsschwimmer insbesondere für Soldaten massiv an. Ganze Inspektionen nahmen abends im Hallenbad der Rilchen-bergkaserne an der Ausbildung der Wasserwacht teil. Andreas Wahn organisierte die Rettungsschwimmausbildung mit Hilfe des DRK-LV Rheinland-Pfalz neu und gründete das Landesausbildungszentrum der DRK-Wasserwacht (LAZ WW) an der Artillerieschule in Idar-Oberstein. Pro Jahr erwarben ca. 500 Soldaten das Rettungs-schwimmabzeichen; ca. 800 Abzeichen wurden jährlich registriert. In den Jahren 1980-1993 wurden mehr als 10.000 Soldaten an der Artillerieschule zu Rettungs-schwimmern ausgebildet. Diese Ausbildungszahlen bedeuteten in ganz Deutschland Rekord. 

Mit den enormen Ausbildungserfolgen und schwimmerischen Leistungen wuchs auch die Mitgliederzahl der WW IO immer stärker. 1985 zählte man 430 Mitglieder. Dies war wahrlich keine Arbeitsgruppe mehr im DRK-Kreisverband, sondern erforderte eine Organisationsform, die die spezifischen Anforderungen der Wasserwacht im DRK berücksichtigte sowie eine Führung der nicht unerheblichen Finanzen ermöglichte. Der Anschluss an einen DRK-Ortsverein erschien unter diesen Bedingungen nahezu unmöglich. Somit wurde der Ruf nach einem eigenen Ortsverein immer lauter. 

Nach langen Überlegungen und Verhandlungen wurde 1986 der DRK-OV Rilchenberg gegründet. Der Name „Rilchenberg“ lag nahe, da hier das Zentrum der Aktivitäten war. 430 DRK-Mitglieder mit dem Schwerpunkt Wasserwacht traten dem Verein bei, die nicht nur aus den ortsnahen Gemeinden Enzweiler und Hammerstein kamen, sondern aus dem gesamten Kreisgebiet und darüber hinaus. Kurzum: Jeder, der sich bei der Wasserwacht in und um Idar-Oberstein engagieren wollte, kam zum DRK-OV Rilchenberg.

Vorstand und Übungsleiter bildeten rasch eine neue starke Gemeinschaft:

Andreas Wahn (Vorsitzender)
Manfred Storr (stv. Vorsitzender)
Bernd Oeser (Techn. Leiter)
Wilfried Spornitz (Jugendwart)
Klaus Malisius (Schriftführer) und Oberst Walter Stut (stv. Kommandeur der Artillerieschule)

organisierten das Geschehen im Verein – mit großem Erfolg.

1986 stand direkt ein organisatorisches Highlight für den jungen Verein an: Die Ausrichtung des Bundeswettbewerbs der Wasserwacht im Rettungsschwimmen im Städt. Hallenbad Idar-Oberstein. Auch diese Großveranstaltung wurde mit Bravour gemeistert.

1987 trat Ralf Wahn in den Ortsvereinsvorstand als Beisitzer ein und wurde als Landesausbilder Schwimmen berufen. Es folgten Teilnahmen an den Bundeswettbe-werben in Kiel und Göppingen.

1988 bot die Wasserwacht zur Eröffnung des Freibades in Treis-Karden eine spektakuläre Vorführung, bei der Rettungsmatratze, Monoflosse und Glasfiberflosse zum Einsatz kamen. Besonderen Applaus der zahlreichen Zuschauer gab es bei der Rettung eines in Not geratenen, ca. 150 kg schweren Mannes. Dieser konnte bestens im Achselgriff geschleppt werden; nur das An-Land-Bringen erwies sich als echte Herausforderung.

1990-1999: Der Weg zur Rotkreuzgemeinschaft

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 hatte Andreas Wahn die Idee, die seit 1979 meist an der Artillerieschule stattfindenden Einzelmeisterschaften im Ret-tungsschwimmen mit diesem historischen Ereignis in Verbindung zu bringen. Bislang kamen die Teilnehmer vorwiegend aus den rheinland-pfälzischen Wasserwacht-gruppen, seit 1985 aber auch vermehrt von unformierten Verbänden. Mit dabei waren stets deutsche, amerikanische und französische Soldaten sowie Schwimmer des ARC (American Red Cross), der FLNS (Wasserrettung Luxemburg) der ÖWR (Wasserrettung der Steiermark) und befreundete Vereine von Wasserwacht und DLRG.

1991 fand die Veranstaltung erstmals als Pokal Deutsche Einheit um den 3. Oktober statt. Ein grandioser Schachzug, der den Stellenwert dieses Wettkampfes weiter steigerte und auch die sportlichen Spitzenleistungen förderte. Denn mit Rettungsschwimmern aus Magdeburg, Chemnitz, Rostock und Sömmerda stand ein anderes Kaliber auf den Startblöcken. Zahlreiche Spitzenleistungen wurden geschwommen. Deutsche Meister waren am Start. Einer aber stach heraus: Der US-Soldat Coll Haddon trainierte von 1991-1993 bei der WW IO. Er war Olympiateilnehmer der US-Nationalmannschaft 1988 in Seoul über 200 m Lagen und 200 m Rücken. Einen derartigen Spitzenschwimmer im Ret-tungsschwimmen live zu erleben war ein Genuss. Bereits nach dem explosiven Start hatte er fast eine Körperlänge Vorsprung und schwamm die 50 m Freistil in 23,5 sec – für die meisten eine sehr gute Flossenzeit. 

Höhepunkt war dann sein Einsatz bei den Bundesmeisterschaften der Wasserwacht im Rettungsschwimmen 1992 in Lindow / Brandenburg. Das Team mit Coll Haddon, Ralf Wahn, Eric Schroeter, Martin Mohr und Sascha Dickenschied gewann den schwimmerischen Teil deutlich, wurde im EH-Parcours Vierter, sodass insgesamt die Deutsche Vizemeisterschaft für Rheinland-Pfalz gelang. Für Aufsehen sorgte die Tauchschwimmstaffel: Coll Haddon tauchte als Startschwimmer die 25 m mit sage und schreibe 5 Delfinbeinschlägen, tauchte mit riesigem Abstand vor dem Teilnehmerfeld nach 25 m auf, sprintete die zweiten 25 m Freistil weiter und schlug nach 50 m Tauchschwimmen in 24,5 sec an. Eine unglaubliche Zeit! Und auch mit Ralf Wahn und Eric Schroeter schwammen seine Teamkollegen mit 28,2 sec und 29,0 sec hervorragende Zeiten.

1993 brachte für den DRK-OV Rilchenberg eine Zäsur. Andreas Wahn gab sein Amt als Vorsitzender bei der Mitgliederversammlung  am 5. November 1993 auf. In einer denkwürdigen Versammlung wurde Andreas Wahn als Gründer, Pionier und Motor des Rettungsschwimmens in Idar-Oberstein verabschiedet. Sein Engagement und seine Leistungen für die DRK-Wasserwacht waren einzigartig.

Ein neuer Vorstand übernahm die Geschicke des Vereins. Mit Johannes Look (Vorsitzender), Ralf Wahn (stv. Vorsitzender), Birgit Wegmann (Schatzmeisterin), Klaus Malisius (Schriftführer), Wilhelm Kersten (Jugendwart), Dr. Michael Graf (Arzt) und Claudia Koschel (Aktiver Dienst) wurde ein neues Team gewählt.
Und es gab einen weiteren Schwerpunkt der Aktivitäten: Bereits seit 1986 hatte sich im Verein eine Gruppe begeisterter Taucher gefunden, die in den folgenden Jahren auf über 20 Personen wachsen sollte. Initiiert durch Felix Roevenich und Johannes Look kamen Arno und Karin Günther, Udo Roevenich, Carsten Hoffmann, Claus Dreher, Edmund Schuhknecht, Roman und Margit Hartrampf, Rainer und Sabine Hahn u.a. hinzu.
Andreas Wahn blieb weiterhin Landesfachdienstleiter der Wasserwacht. Ihm gelang es 1994 zusammen mit dem Abteilungsleiter Rotkreuzgemeinschaften des DRK-LV Rheinland-Pfalz, Roland Wirth, vier Schlauchboote C4 für den Landesverband zu beschaffen. Eins davon ging nach Idar-Oberstein und wurde von der Tauchergruppe rege genutzt. Mit Bootsführern und Rettungstauchern war man mittlerweile gut aufgestellt, sodass man innerhalb des DRK-Kreisverbandes eine SEG Wasserrettung gründen konnte. Eine erste Bewährungsprobe folgte bald: das Nahe-Hochwasser 1995, wobei unsere SEG in Kirn zum Einsatz kam.

1996 kam es zur größten Krise des Ortsvereins. Eine Vorschrift zur Aufsichtspflicht in Bädern der Bundeswehr wurde dahingehend interpretiert, dass der Betrieb nur mit Anwesenheit des Schwimmmeisters der Bundeswehr zulässig sei. Dies hatte zur Folge, dass die gesamte außerdienstliche Nutzung des Hallenbades – vorwiegend durch die Wasserwacht – untersagt wurde. Der Verein konnte damit kaum noch Aktivitäten, Ausbildung und Training anbieten. Die Konsequenzen waren katastrophal: mehr als die Hälfte der Mitglieder kündigten und verließen den Verein. In monatelangen Verhandlungen gelang es ein gutes Jahr später, wenigstens einmal pro Woche montags mit neuen Verträgen Übungsstunden zu organisieren. 1998 konnte der Mittwochabend hinzugenommen werden. Der Ortsverein war durch diese Einschränkungen auf nur ca. 200 Mitglieder geschrumpft und musste wieder mit ver-änderten Rahmenbedingungen beginnen.

Eine weitreichende Entwicklung für die Wasserwacht zeichnete sich auf Landesebene ab. Seit den 70-er Jahren war die Wasserwacht organisatorisch ein Fach-dienst der Bereitschaften. Zu den Rotkreuzgemeinschaften zählten in diesen frühen Jahren neben den Bereitschaften nur das Jugendrotkreuz (JRK). Dies änderte sich 1993, als die Wasserwacht bundesweit den Status einer Rotkreuzgemeinschaft erhielt. Andreas Wahn führte ab 1996 intensive Verhandlungen mit dem Präsidium des DRK-LV Rheinland-Pfalz, diesen Gemeinschaftsstatus für die Wasserwacht auch im Landesverband einzuführen und umzusetzen, was sich zwar schwierig und ungewohnt, aber als durchaus möglich und sinnvoll herausstellte. Denn die Wasserwacht war seit Mitte der 80-er Jahre im DRK-LV Rheinland-Pfalz stark gewachsen. Neben WW-Gruppen in Idar-Oberstein und Zweibrücken kamen Gründungen in Römerberg, Cochem, Bernkastel-Kues, Trier, Südliche Weinstraße, Lingenfeld, Koblenz, Andernach und Worms hinzu, sodass die Wasserwacht in Rheinland-Pfalz mittlerweile über 1.000 Mitglieder verzeichnen konnte – eine kritische Masse, die nach neuer Struktur verlangte.

So folgte 1999 ein weiterer Meilenstein: Die Wasserwacht wurde landesweit zur Rotkreuzgemeinschaft und damit gleichberechtigt zu Bereitschaften und JRK. Auch dieses wichtige Ziel hatte Andreas Wahn erreicht. Seit 1981 Landesfachdienstleiter Wasserwacht wurde er 1999 zum ersten Landesleiter Wasserwacht der neu ge-schaffenen Gemeinschaft. Nachdem er sich 1993 aus dem Ortsverein zurückgezogen hatte, gab er nun auch das Amt des Landesleiters ab. Seine Verdienste um die Wasserwacht sind ohne Beispiel. Andreas Wahn hat die Weichenstellung für die Erfolge der kommenden Jahre vorgenommen und die Wasserwacht maßgeblich geprägt. Sein Nachfolger wurde 1999 Reinhold Plein.

2000-2009: Eine neue Generation

Ab 1999 wurden die Landeswettbewerbe der Wasserwacht im Rettungsschwimmen reformiert: Im Frühjahr fanden die Meisterschaften für Mannschaften im DRK-LV Rheinland-Pfalz statt, welche die Qualifikation zur Teilnahme am Bundeswettbewerb darstellte. Im Herbst veranstaltete man weiterhin die seit 1979 etablierten Landesmeisterschaften für Einzelteilnehmer mit drei Disziplinen in der jeweiligen Altersgruppe. Der Erste-Hilfe-Parcours erfolgte für die Teams durch Teilnahme an den Landeshelfertagen der Bereitschaften und des JRK. Somit konnte eine intensivere Zusammenarbeit mit allen Rotkreuzgemeinschaften erzielt werden. Man lernte sich besser kennen. Ab 2005 wurde diese Großveranstaltung des DRK-Landesverbandes als Rotkreuzerlebnistage (RoKET) erweitert – mit Beteiligung der Wasserwacht. Diese Konstellation der Wettbewerbe gibt es nur in Rheinland-Pfalz.

Auch die Trainingsbedingungen verbesserten sich für die Idar-Obersteiner Rettungsschwimmer ab 1999 wieder spürbar. Montags und mittwochs wurde im Hallenbad der Rilchenbergkaserne ausgebildet und trainiert. Freitags abends und samstags nachmittags stand das Lehrschwimmbecken der Elisabeth-Stiftung in Birkenfeld zur Verfügung. Somit wuchs auch die Mitgliederzahl wieder merklich.

Ab 2000 engagierten sich besonders vier Familien mit ihren Kindern außerordentlich im Verein. Die Familien Conradt, Braun, Lukas und Wahn brachten neuen Schwung in den Trainingsbetrieb. Deren zwischen 1991 und 1997 geborene Kinder waren ab dem Grundschulalter regelmäßig mit dabei. Sie lernten schnell und sollten hervorra-gende Rettungsschwimmer/innen werden.
Mario und Carolin Conradt, Jonas, David und Tabea Braun, Dennis Lukas sowie Louisa und Alexandra Wahn beherrschten im kommenden Jahrzehnt die Einzelmeisterschaften und standen regelmäßig auf dem Siegertreppchen. Auch in den Mannschaften bildeten sie homogene und ausgeglichene Teams – sowohl im Schwimmbecken als auch in der Ersten Hilfe. Es war eine große Freude ihre Fortschritte und Erfolge mitzuerleben.
Dennis Lukas stach bereits in jungen Jahren durch enorme Kraft und Sprintvermögen hervor; Alexandra Wahn entwickelte sich zu einer begnadeten Stilistin, insbesondere auf den Schmetterling- und Freistilstrecken. 2004 konnte sie einen Vergleichswettkampf des DSV in Wittlich in allen 4 Schwimmlagen für sich entscheiden.

Deren Eltern kamen nicht nur durch ihre Kinder zur Wasserwacht und wurden DRK-Mitglieder – mehr noch: Sie gestalteten das Training, organisierten Veranstaltungen und betreuten die Jugend bei vielen Wettbewerben auf allen Ebenen.

2004 stand ein weiterer Umbruch für den Verein an. Johannes Look beendete seine 10-jährige Tätigkeit als Vorsitzender des DRK-OV Rilchenberg. Er brachte den Verein nach der Ära Andreas Wahn weiter entscheidend voran. Mit ihm traten weitere Vorstandmitglieder zurück.

In einer Mitgliederversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt: Ralf Wahn (Vorsitzender), Andrea Conradt (stv. Vorsitzende), Ramona Braun (Schatzmeisterin), Claudia Koschel (Schriftführerin), Andrea Lukas (Jugend-leiterin), Sven Dreher (Jugendleiter) und Klaus Conradt (Beisitzer) sollten das Geschehen im Ortsverein in den folgenden Jahren maßgeblich bestimmen. Es brach ein Jahrzehnt äußerst erfolgreicher Jugendarbeit für die Wasserwacht an. Im November 2004 wurde auch eine neue Landesleitung der Wasserwacht im DRK-LV Rheinland-Pfalz gewählt. In einer denkwürdigen Landeskonferenz wurde Ralf Wahn neuer Landesleiter Wasserwacht und Reiner Gerbes Stellvertreter. Ein weiterer Name sollte für die Entwicklung der Wasserwacht im Landesverband von großer Bedeutung werden: Roland Lipp (Abteilungsleiter Rotkreuzgemeinschaften) gelang es die Wasserwacht als Gemeinschaft zu integrieren. So entwickelte sich rasch Vertrauen und Verlässlichkeit und schließlich Freundschaft. Alle drei führen ihre Ämter bis heute.

2005 wurden die Kontakte zur ÖWR in der Steiermark aufgefrischt. Zur Landesmeisterschaft im steirischen Kalsdorf war das junge Team der WW IO am Start im Schwarzlsee und konnte nicht nur den Sieg, sondern ein wunderschönes Erlebnis verbuchen. 2008 folgten die Meisterschaften in Graz und 2010 in Bad Gleichenberg. Insbesondere die Freundschaft zur Familie Ulf und Eva Seybold besteht bis heute.

2006 kam es zur Reform der Lehrscheinausbildung. Lehrscheinlehrgänge im Schwimmen und Rettungsschwimmen sowie Fortbildungen in allen Fachbereichen der Wasserwacht wurden unter dem Dach des DRK-Bildungsinstituts eingebunden. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Harmonisierung mit den Ausbildungen der Be-reitschaften und des JRK. Lehrscheine der Wasserwacht wurden von nun an im Scheckkartenformat ausgestellt.

Unvergessen blieben die Vorführungen junger Rettungsschwimmer/innen der WW IO bei den RoKET 2006 in Kirn, 2007 in Konz und 2008 in Herxheim. Bei Präsentationen der Schwimmlagen, der Rettungsschwimmtechniken und des Einsatzes von Rettungsmitteln waren zahlreiche Ehrengäste und Besucher begeistert über die Angebote des Roten Kreuzes. Besonders der spektakuläre Einsatz der österreichischen Rettungsmatratze beeindruckte viele.

Ab 2007 schufen vor allem Sabine und André Müller neue Ausbildungsangebote im Verein. Die Erste-Hilfe-Ausbildung für Kinder und Jugendliche wurde um JRK-Themen erweitert. Sabine Müller erstellte mit großem Aufwand Ausbildungsunterlagen für die Jugend und richtete Übungsstunden im Unterrichtraum ein. Damit machte sie mit ihrer Familie und ihrem Team die riesige Schnittmenge zwischen Wasserwacht und JRK deutlich, was landesweit Beachtung fand. Denn jedes Kind bei der Wasserwacht ist automatisch auch dem JRK zugehörig. Bei regelmäßigen Teilnahmen von Wasserwacht-Teams bei JRK-Kreis-, Bezirks- und Landeswettbewerben konnten zahlreiche Erfolge erzielt werden. Und natürlich auch schöne Erlebnisse und neue Freundschaften. Ein weiteres Indiz für die Integration der Wasserwacht im DRK und die Intensivierung der Zusammenarbeit unter den Rotkreuzgemeinschaften.

Die Trainingsmöglichkeiten im Hallenbad der Rilchenbergkaserne waren mittlerweile deutlich verbessert. Trainiert werden konnte nun dienstags für die Fortgeschrittenen, mittwochs für Kinder und Senioren sowie donnerstags für Kinder und Mannschaften.

Der DRK-OV Rilchenberg war synonym mit der Wasserwacht Idar-Oberstein, gut organisiert, überaus erfolgreich und damit landesweit bekannt. Dies sollte sich in den kommenden Jahren mit weiterer Verstärkung fortsetzen.

2010-2019: Die Wasserwacht heute

Nachdem die rheinland-pfälzische Wasserwacht 2009 den Bundeswettbewerb im Rettungsschwimmen mit großem Erfolg in Speyer organisiert und ausgerichtet hatte, wagte man sich 2011 an eine besondere Veranstaltung heran. Im September 2011 fanden die Bundesmeisterschaften der Wasserwacht-Jugend in Idar-Oberstein statt. Über 400 Teilnehmer, Betreuer, Schiedsrichter und Schlachtenbummler übernachteten in der Realschule und der Jugendherberge Idar-Oberstein. Geschwommen wurde im Städtischen Hallenbad mit reichlich Zuschauern auf der Tribüne. Der EH-Parcours wurde entlang der Vollmersbachstraße platziert. Als gemeinsame und harmonische Rotkreuzveranstaltung von Wasserwacht und JRK konnte Rheinland-Pfalz als außergewöhnlicher Gastgeber glänzen. Die Krönung dieses Events gelang der Idar-Obersteiner Jugendmannschaft: Das Team mit Tabea Braun, Carolin Conradt, Lena Röpper, Hanna Scherer, David Braun, Max Kämmerling, Lukas Salzsäuler und Antonio Saxler gewann den Titel als Bundesmeister! Die Betreuer Ramona Braun und Sven Dreher konnten stolz sein. 

Im Mai 2012 folgte eine weitere sportliche Meisterleistung. Bei den Stadtmeisterschaften im Schwimmen aller Vereine dominierte die Wasserwacht. Mario Conradt war mit 5 Titeln erfolgreichster Einzelschwimmer, Alexandra Wahn gewann als beste Einzelschwimmerin viermal und Dennis Lukas durchpflügte die 50-m-Flossendistanz in 20,6 sec. 

Es folgten regelmäßige Erfolge der Idar-Obersteiner Rettungsschwimmer bei den Bundeswettbewerben in Freytal, Magdeburg, Frankfurt und Naumburg, wo 2014 ein bemerkenswerter 4. Platz unserer Damenmannschaft gelang. Und auch bei den RoKET hinterließ die Wasserwacht im Erste-Hilfe-Parcours stets ihre Visitenkarte.

Die Medienlandschaft hatte sich längst verändert. Bereits 2008 hatte Dominik Schmieden für die Wasserwacht eine moderne Landesseite entwickelt, die gezielt die Wasserwachtgruppen vorstellte sowie Veranstaltungsberichte, Bilder und wichtige Informationen im Download-Bereich zusammenstellte. Auch für die Wasserwacht Idar-Oberstein wurde eine Homepage kreiert, um über Vorstand, Übungsleiter, Angebote, Trainingszeiten und Aktuelles zu informieren. Dominik Schmieden und Jonas Braun betreuen beide Seiten bis heute.

Das Anfängerschwimmen erfreute sich seit Jahren großer Beliebtheit. Lange hatte Wilfried Spornitz die Kinderkurse im Lehrschwimmbecken der Hohlschule geleitet. Ab 2007 übernahm Andrea Lukas dieses Ressort. Schon bald bot man 2 Kurse hintereinander an. Und dennoch standen weitere ca. 50 Kinder auf der Warteliste. Pro Anfängerkurs mit durchschnittlich 12 Kindern wurden 3 Kinder als Mitglieder für den Verein gewonnen. So funktioniert Nachwuchsarbeit.

Doch nicht nur die Jüngsten bildeten eine wichtige Säule des Vereinslebens, sondern auch unsere Senioren. Initiiert durch einen Anfängerschwimmkurs für Erwachsene im Jahre 1977 unter Leitung von Willi und Ingrid Simon besteht die Senioren-Schwimmgruppe bis heute. Die älteste Teilnehmerin hat mit 75 Jahren das Schwimmen erlernt. Und die älteste Schwimmerin kam bis zu ihrem 90. Geburtstag wöchentlich zum Seniorenschwimmen.

Willi Simon steht für eine besondere Höchstleistung innerhalb des Wasserwacht:
Bis zu seinem 85. Geburtstag hatte Simon jährlich das Sportabzeichen sowie das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber wiederholt – unser ältester aktiver Rettungsschwimmer und Ausbilder! Der heute 87-jährige Willi Simon steht bis jetzt wöchentlich zweimal mit seiner Frau am Beckenrand und bildet Kinder und Senioren aus – eine unglaubliche Leistung und ein Paradebeispiel für ehrenamtliches Enga-gement.

Nach einem 24-Stunden-Schwimmen Ende 2013 wurde das Idar-Obersteiner Hallenbad grundlegend saniert. Im Herbst 2016 konnte die Stadt Idar-Oberstein ein fast neues Hallenbad mit einem zusätzlichen Lehrschwimmbecken eröffnen, das für die Bevölkerung, aber auch für Vereine und Schulen gute Möglichkeiten bietet. Das Projekt Hallenbadsanierung Idar-Oberstein konnte durch konstruktive Zusammenarbeit zwischen Stadt, Stadtverband Sport und den Vereinen zu einem echten Erfolg geführt werden. Die Eröffnung wurde auch 2016 wieder mit einem 24-Stunden-Schwimmen für die Bevölkerung gefeiert. Seitdem hat die Wasserwacht auch Trainingszeiten im Städtischen Hallenbad: montags für Anfänger, Kinder, Jugendliche und Senioren; freitags für Übungsleiter und Studenten. Neue Ausbilder und ganze Familien engagierten sich in den 2010-er Jahren im Verein. Beispielhaft seien hier die Familien Herrmann und Bach erwähnt. Manuela Herrmann ist Schriftführerin im Ortsverein, ihr Mann Alexander Uebel-Herrmann ist neugewählter Jugendleiter, die Töchter Jana Herrmann (Jugendleiterin) und Anna Herrmann (Ausbilderin) sind bei den Übungsstunden aktiv. Tina Bach bringt den Kindern mit ihrer Tochter Leonie Bach donnerstags Schwimmtechnik bei. Ina Schuch betreut mit ihrem Sohn Lukas Schuch montags die „kleinen Schwimmer“ nach dem Anfängerkurs. Und Louisa Wahn steht als versierte Ausbilderin im Schwimmen und Rettungsschwimmen zur Verfügung. Alle nehmen sehr weite Anfahrten jede Woche mehrfach auf sich. 
Ende 2018 gab Andrea Conradt ihre Vorstandsämter auf. Nach wie vor leitet sie die Ausbildung im Rettungsschwimmen, während ihr Mann Klaus die Registrierung der Abzeichen vornimmt. Nachfolgerin im Amt der stellvertretenden Vorsitzenden ist Andrea Lukas. Ihr Sohn Dennis – vom Kindesalter an in der Wasserwacht – gehört heute zu den 10 besten Kugelstoßern Deutschlands mit einer Weite von über 19 m!

Der DRK-Ortsverein Rilchenberg verfügt heute mit seinen über 350 Mitgliedern nicht nur über eine sehr aktive Wasserwacht, die nach Andrea Conradt nun von Alwin Jonas-Kontor geleitet wird. Über 140 Kinder und Jugendliche gehören auch dem JRK an (die größte Jugend im DRK-KV Birkenfeld). Und auch die Bereitschaften unter Leitung von Claudia Koschel sind fest im Verein verankert. Damit bestehen Angebote in allen drei Rotkreuzgemeinschaften.

Der Ortsverein verfügt über einen Jugendanteil von über 40 %. Fast 60 % der Vereinsmitglieder nehmen an den Aktivitäten und Übungsstunden teil. Diese hohen Jugend- und Aktivenanteile sind Gradmesser für einen gesunden, aktiven und erfolg-reichen DRK-Ortsverein – einem Verein, der durch die Wasserwacht entstanden ist und bis heute von ihr geprägt wird.

Und noch eine interessante Entwicklung ist seit Kurzem bemerkenswert: Immer mehr Menschen aus fernen Ländern finden den Weg zum Roten Kreuz über die DRK-Wasserwacht. Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Afghanistan, Syrien, Indien, Ruanda, Angola, Nigeria, Chile und Thailand haben bei der Wasserwacht Idar-Oberstein schwimmen gelernt bzw. ihre Schwimmtechnik verbessert und fühlen sich bei uns sehr wohl. Eine Vielfalt, die bereichert und Spaß macht – ein Beleg für gelebte Integration. 

Begonnen hat alles 1956 mit der Idee,
Menschen das Schwimmen beizubringen
und zu Rettungsschwimmern auszubilden.

Geblieben sind diese Ideale und die dazugehörige Leidenschaft bis heute.

 

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